Ein Raum, der verbindet

Von außen gibt das Gebäude in Altona wenig preis und fügt sich – typisch für das Stadtviertel – zurückhaltend in das Stadtbild ein. Erst im Dachgeschoss, hoch über den Dächern des Viertels, zeigt sich, wie viel Charakter in den ehemaligen Werkstätten steckt. Spuren der Zeit bleiben sichtbar, Materialien erzählen von früheren Nutzungen und bilden die Grundlage für einen Raum, der klar strukturiert und neu gedacht ist.



In nur drei Monaten ist aus einem ehemalige Architekturbüro ein offenes Loft entstanden. Die Raumaufteilung ist durchdacht, behält dabei den offen Loftcharakter und lässt urspründliche Materialien des Gebäudes bewusst sichtbar. »Uns war wichtig, dass sich der Ort stimmig anfühlt – offen gestaltet und ohne viel unechte Inszenierung«, erzählt Bauherrin Hille Krause, selbst Architektin. Entscheidungen im Interior wurden gezielt getroffen und Strukturen des Raumes bewusst erhalten.

Schon vom Treppenhaus aus fällt der Blick auf das Herzstück des Raumes: die Modulküche von JAN CRAY. Sie steht mitten im offenen Grundriss und verbindet die einzelnen Bereiche ganz selbstverständlich miteinander. Alles läuft hier zusammen – als gemeinsamer Mittelpunkt des Lofts.

Der offene Grundriss lebt von klaren Sichtachsen, die immer wieder zur selbst konfigurierten Modulküche führen. Aus jeder Ecke des Lofts ergeben sich neue Perspektiven – auf die Küche, auf die Räume und die Geschichte des Gebäudes. Schräge Wände, sichtbare Stützen und unterschiedliche Deckenhöhen bleiben bewusst erhalten und prägen den Charakter des Raumes. Die Stahlküche in Anthrazit, ergänzt durch Linoleumoberflächen, ist weit mehr als ein funktionales Element: Sie zoniert den Raum, strukturiert die Bereiche und verbindet sie auf elegante Weise – ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ihre großzügige Arbeitsfläche, das moderne industrielle Design und die langlebigen Materialien machen sie zum Herzstück des Lofts und zum Angelpunkt des täglichen Lebens.
Viele Details erzählen von Wandel und Kontinuität zugleich: Alte Dielen, einst Boden, werden heute als Wandgestaltung genutzt. Regale aus der früheren Büronutzung wurden überarbeitet und dienen nun als Bücherregale. Bestehendes wird weitergedacht, nicht ersetzt. Auch in der Küche zeigen sich diese fein abgestimmten Details: Eine großzügige Gewürzschublade oder das schlichte Holzregal an der Seite der Küchenzeile für Kochbücher verbinden Ästhetik und Funktion.
Gekocht wird mit Blick über die Dächer Altonas. Durch die großen Fenster fällt Licht tief in den Raum, und draußen öffnet sich die Loggia – ein Ort für die Abendsonne, für Ruhe, für den Blick nach außen. Die bewusst eingesetzte Modulküche, ist hier mehr als nur ein Entwurf – sie ist das tragende Element eines architektonischen Ganzen.

Die Entscheidung für eine Modulküche von JAN CRAY liegt viele Jahre zurück und war nicht die erste. Bereits 2017 lernten die Architekt:innen Hille und Franz Jan und seine Küchen auf der Blickfangmesse in Hamburg kennen, wonach sie gewissermaßen die erste Küche direkt von der Messe mit ins Eigenheim gebracht haben. Heute ist es bereits die zweite Modulküche – nun jedoch im Dachgeschoss in Altona. Eine bewusste Entscheidung, die Bestand hat. „Für uns war klar: Bei der Wahl einer neuen Küche, kommt keine andere mehr in Frage. Wir haben uns quasi einmal für immer entschieden“

»Die Küche ist das verbindende Element des gesamten Lofts – alles läuft hier zusammen. Genau das war unser Anspruch an den Raum. Wir wollten nichts austauschen, sondern weiterentwickeln und bestehende architektonische Sturkturen und Materialien neu denken « — Hille Krause, Architektin

Fotograf: Nils Junker
Styling: Julia Klich